Sprayen für Toleranz und Respekt:


Ein Projekt des interreligiösen Jugendkreises!


Am Samstag, den 4. März, traf sich der interreligiöse Jugendkreis pünktlich um 10 Uhr vor der Kirche.  Alle waren ausgestattet mit alten Klamotten und einem Atemschutz, wir wollten nämlich das durchführen, was wir schon seit einigen Monaten sorgfältig geplant hatten. Anwesend waren Jugendleiter von der DITIP-Gemeinde und einige Jugendliche aus unserer Gemeinde. Außerdem Bettina Kupferschmidt und Salomon Assefaw, der unser Projekt tatkräftig unterstützte.

Geplant war die langweilige Garagenwand hin zum Weg Richtung Sportplatz zu gestalten. Zweimal hatten wir uns schon im Voraus getroffen, um zu planen, was unser Bild enthalten soll. Eines war von Anfang an klar: Wir werden alles durch ein Graffiti auf der Wand verewigen.

Gemeinsam sammelten wir Symbole, die für den Islam und das Christentum bedeutend sind, welche Gemeinsamkeiten es gibt und welche Symbole uns persönlich wichtig waren. Aufgefallen ist uns, dass es in beiden Religionen die Arche Noah gibt. Diese haben wir auf die linke Seite unserer Wand angesetzt. In der Mitte eine Weltkugel, die von zwei Händen gehalten wird. In der Weltkugel: Eine Kirche und eine Moschee verbunden dargestellt als ein gemeinsames Gebäude. Außerdem die Symbole der drei Weltreligionen:  ein Judenstern, ein Mond für den Islam und ein Kreuz für das Christentum.  Auch wenn unserer Gemeinschaft bis jetzt noch keine Juden beiwohnen, war es uns ein Anliegen diese mit in unser Kunstwerk aufzunehmen. Außerdem eine Friedenstaube, denn wir wünschen uns alle ein friedliches Zusammenleben der Religionen. „Glaube verbindet“ bekam das Bild als Unterschrift.

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Als wir unseren Entwurf auf Plakaten festgehalten hatten, trafen wir uns auch einmal um das Sprayen zu üben.  Angefangen mit dem Wandbild haben wir mit dem Abkleben der Motive mit Klebeband. Nach zwei Stunden, war dann das gesamte Bild mit Klebeband auf der Garagenwand aufgebracht. Aber zu sehen war noch nicht viel. Erst als wir unseren Mundschutz aufsetzten, die Sprühdosen kräftig schüttelten, kam Farbe auf die Wand. Und unser Kunstwerk wurde bald sichtbar. Währenddessen zogen wir die ersten Interessierten an, darunter auch geladene Gäste aus dem Kirchengemeinderat und der Zeitung. Nach einer halben Stunde fügten sich die Farben zu unserem vollständigen Bild zusammen. Bis es getrocknet war, wurden wir alle von dem Reporter der Stuttgarter Zeitung interviewt. Danach zogen wir das Klebeband ab, das Abgrenzungen den Farbflächen bildete. Wir sind sehr stolz auf das Ergebnis. Auch als wir montags den großen Zeitungsartikel in der Stuttgarter Zeitung im Filderteil entdeckten, haben wir uns sehr gefreut.

  

Madeleine Rothenbacher